Cottbus und Chemnitz: Getrennt in den Farben, vereint in der Sache

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, solch banale Dinge nicht zu kommentieren. Nun tue ichs doch. Am Donnerstag Abend stand die Begegnung FC Erzgebirge Aue gegen FC Energie Cottbus an. Spitzenspiel. Ostderby. Nennt es wie ihr wollt. Jedenfalls war das Stadion fast ausverkauft. Es war ein spannedes Spiel zu sehen und auch beide Fanblöcke schienen gut aufgelegt. Als im restlos gefüllten Gästeblock mit dem Halbzeitpfiff die Fahne der „New Society“ aus Chemnitz präsentiert wurde, überraschte das nur wenig – pflegen doch Fans aus Cottbus und Chemnitz eine „Fanfreundschaft“. Vor allem in politischer Hinsicht versteht man sich scheinbar sehr gut. Die genannte NS-Fahne wurde gegen Mitte der 2.Halbzeit erneut präsentiert, zusammen mit einer großen „FC Energie Cottbus“-Fahne und Pyrotechnik jeder Art, die auf alles geworfen wurde, das sich bewegt – seien es Ordner, Polizei oder sogar die Spieler des eigenen Vereins. Im Laufe dieser Prozedur kam auch eine Fahne in den Farben schwarz, weiß und rot zum Vorschein – wen wunderts noch? Das sah dann jedenfalls im etwa so aus:

Nun wage ich nochmal einen Seitenhieb auf die Pyrotechnik-Kampagne: Eine solche Aktion, offenbar mitiniziiert von einer Chemnitzer Fangruppe, schadet nicht nur der Kampagne, es zeigt auch, dass diese zum Scheitern verurteilt ist. Diese und ähnliche Pyroshows werden sich insbesondere nach der Legalisierung nicht vermeiden lassen bei Fanszenen, in denen solch sinnloses Umsichgewerfe Gang und Gäbe ist. Soll nun unterschieden werden zwischen Szenen, die mit Pyro umgehen können und denen, in denen das nicht der Fall ist? Sowohl der Chemnitzer FC als auch die führende Chemnitzer Ultragruppe unterstützen die Kampagne und dennoch kommen solche Ereignisse auch durch Chemnitzer Fans zustande. Eine solche Unterteilung wäre somit unfair gegenüber Gruppen wie den Ultras Chemnitz. Außerdem gibt es keine Fanszene ohne Suffis, die im Alkoholrausch gerne mal einen Böller werfen, der mitunter auch in der Masse der Fans landet. Dass irgendwann alle vernünftig mit Pyrotechnik umgehen, ist, wie ich bereits schrieb, sowohl naiv und utopisch als auch gleichermaßen paradox.
Und auch diverse Medien berichten (zu unrecht?) von Krawallen, Ausschreitungen und Randale.
Was ich aber eigentlich mit diesem Blogeintrag sagen wollte: Sowohl Chemnitz als auch Cottbus wurden ihren Ruf als weitgehend rechtsradikale und asoziale Fanzene mal wieder gerecht, auch wenn ich auch hier nicht alle Fans über einen Kamm scheren will.
UPDATE: Und deshalb sollte man nie ganze Fanszenen pauschal verurteilen, ein wenig Vernunft lässt sich immer finden: Link


2 Antworten auf „Cottbus und Chemnitz: Getrennt in den Farben, vereint in der Sache“


  1. 1 ActionJackson693 18. April 2012 um 6:17 Uhr

    Was willst du mit deinem mehr als arroganten und hochmütigen Blog aussagen??? Nichts…!!!!

    Gar nichts, werter Bambino… solange es uns, Fußball und Emotionen gibt…wird es Pyrotechnik und gegenseitige Abneigung geben!

    Das wirst du mit deinem Beitrag nicht zu verhindern wissen, sondern nur fördern.

    Gruß aus Chemnitz ( mit besten Grüßen nach Cottbus)

  1. 1 Weiss steht für Reinheit,… « Schreiben für die Welt! Pingback am 14. August 2012 um 22:49 Uhr
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